Angst vor dem Zahnarzt und was gegen die Nervosität hilft
Ein Zahnarzttermin löst nicht bei jedem Menschen dasselbe Gefühl aus. Während manche völlig entspannt zur Kontrolle kommen, werden andere bereits Tage davor unruhig. Vielleicht kreisen die Gedanken um eine mögliche Spritze, um Schmerzen oder einfach um das unangenehme Gefühl, während einer Behandlung nicht selbst bestimmen zu können, was passiert.
Woher kommt die Angst vor einer Zahnbehandlung?
Zahnarztangst hat nicht immer einen konkreten Auslöser. Häufig spielen mehrere Erfahrungen und Befürchtungen zusammen.
Eine schmerzhafte Behandlung in der Vergangenheit kann sich beispielsweise lange einprägen. Manche Menschen reagieren besonders sensibel auf Geräusche oder Instrumente, andere fürchten sich vor der Betäubungsspritze. Auch das Liegen auf dem Behandlungsstuhl und die eingeschränkte Möglichkeit zu sprechen können ein Gefühl des Kontrollverlusts hervorrufen.
Manchmal steht weniger die Behandlung selbst im Mittelpunkt als die Sorge vor dem Befund. Wer mehrere Jahre nicht beim Zahnarzt war, befürchtet vielleicht, dass umfangreiche Behandlungen notwendig sind. Dazu kann Scham über den Zustand der eigenen Zähne kommen.
Gerade in dieser Situation möchten wir eines deutlich machen: Niemand muss sich dafür rechtfertigen, längere Zeit nicht beim Zahnarzt gewesen zu sein. Für uns zählt, wie die Situation heute aussieht und was wir ab jetzt für Ihre Zahngesundheit tun können.
Sprechen Sie Ihre Nervosität ruhig vor dem Termin an
Einer der hilfreichsten Schritte ist gleichzeitig einer der einfachsten: Sagen Sie uns, dass Sie nervös sind. Das kann bereits bei der Terminvereinbarung geschehen. Wir können uns dadurch darauf einstellen und wissen von Beginn an, dass möglicherweise mehr Zeit für Erklärungen oder Pausen benötigt wird.
Hilfreich ist auch, möglichst konkret zu sagen, was Ihnen Sorgen bereitet. Wer beispielsweise Angst vor der Betäubung hat, benötigt eine andere Unterstützung als jemand, dessen größte Sorge darin besteht, während der Behandlung keine Kontrolle zu haben. Sie müssen Ihre Angst dabei weder erklären noch begründen. Für uns ist die Information vor allem wichtig, damit wir entsprechend darauf eingehen können.
Wissen nimmt oft einen Teil der Unsicherheit
Nicht zu wissen, was passieren wird, kann Nervosität zusätzlich verstärken.
Deshalb besprechen wir vor einer Behandlung, was notwendig ist und wie wir dabei vorgehen. Bei größeren Behandlungen erklären wir die einzelnen Schritte und die möglichen Alternativen entsprechend ausführlich.
Dabei entscheidet auch der Patient, wie viele Details er wissen möchte. Manche Menschen fühlen sich sicherer, wenn sie jeden Behandlungsschritt nachvollziehen können. Andere möchten lediglich über die wesentlichen Punkte informiert werden und während der Behandlung möglichst wenig darüber nachdenken.
Beides ist völlig in Ordnung.
Wichtig ist, dass offene Fragen vor Beginn der Behandlung geklärt werden können.
Vereinbaren Sie ein Zeichen für eine Pause
Gerade die Angst, während der Behandlung ausgeliefert zu sein, beschäftigt viele nervöse Patientinnen und Patienten.
Ein einfaches Handzeichen kann hier überraschend viel Sicherheit geben.
Vor Beginn der Behandlung kann vereinbart werden, dass wir sofort unterbrechen, sobald Sie beispielsweise eine Hand heben. So wissen Sie auch während der Behandlung, dass Sie jederzeit Einfluss auf die Situation haben.
Eine kurze Pause kann außerdem helfen, wenn die Anspannung zwischendurch zunimmt. Niemand muss eine Behandlung möglichst schnell „durchstehen“.
Planen Sie den Termin ohne zusätzlichen Stress
Wenn Sie wissen, dass Zahnarzttermine Sie nervös machen, kann auch die Planung des Tages einen Unterschied machen.
Versuchen Sie nach Möglichkeit, nicht unmittelbar davor von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Planen Sie genügend Zeit für die Anfahrt ein und kommen Sie lieber einige Minuten früher, als bereits gestresst in der Praxis anzukommen.
Auch der Zeitpunkt kann eine Rolle spielen. Manche Patientinnen und Patienten bevorzugen einen Termin am Morgen, weil sie dann nicht den ganzen Tag darüber nachdenken. Andere fühlen sich später am Tag wohler.
Hier gibt es kein richtig oder falsch. Wählen Sie nach Möglichkeit einen Zeitpunkt, der für Sie persönlich angenehm ist.
Ruhige Atmung kann die körperliche Anspannung reduzieren
Nervosität zeigt sich nicht nur in Gedanken. Häufig reagiert auch der Körper: Der Herzschlag wird schneller, die Muskulatur spannt sich an und die Atmung wird flacher.
Eine bewusst ruhige Atmung kann helfen, diese körperliche Anspannung etwas zu reduzieren.
Versuchen Sie langsam durch die Nase einzuatmen und anschließend länger und ruhig auszuatmen. Wichtig ist weniger eine bestimmte Atemtechnik als ein gleichmäßiger Rhythmus.
Das lässt sich bereits im Wartebereich beginnen und auch während vieler Behandlungsschritte fortsetzen.
Versuchen Sie nicht, Ihre Angst mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln selbst zu behandeln
Von Alkohol vor einem Zahnarzttermin raten wir ausdrücklich ab.
Auch Beruhigungs- oder Schlafmittel sollten nicht eigenständig zusätzlich eingenommen werden, um einen Termin leichter zu überstehen. Medikamente können Wechselwirkungen haben und für die Behandlung oder eine geplante Betäubung relevant sein. Wenn Ihre Angst so stark ist, dass Sie über eine medikamentöse Unterstützung nachdenken, sprechen Sie bitte vorher mit uns darüber. Dann können wir gemeinsam beurteilen, welche Möglichkeiten medizinisch sinnvoll und sicher sind.
Regelmäßige Kontrollen können den nächsten Termin leichter machen
Wer aus Angst lange nicht zum Zahnarzt geht, gerät leicht in einen Kreislauf.
Kleinere Veränderungen bleiben unentdeckt, Beschwerden entstehen und irgendwann wird ein Termin erst dann notwendig, wenn bereits Schmerzen vorhanden sind. Der Zahnarztbesuch wird dadurch erneut mit einer unangenehmen Situation verbunden.
Regelmäßige Kontrollen können helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Wenn wir Veränderungen früh erkennen, sind Behandlungen häufig weniger umfangreich. Gleichzeitig entstehen mit jedem unkomplizierten Termin neue Erfahrungen, die nichts mit Schmerzen oder einer akuten Behandlung zu tun haben.
Gerade für Menschen mit Zahnarztangst kann deshalb ein Kontrolltermin ohne Beschwerden ein guter Einstieg sein.
Was ist bei sehr starker Zahnarztangst möglich?
Zwischen leichter Nervosität und ausgeprägter Zahnarztangst gibt es große Unterschiede.
Manche Patientinnen und Patienten können eine Behandlung mit ausreichend Zeit, guter Kommunikation und Pausen gut bewältigen. Bei anderen ist die Angst so stark, dass selbst eine notwendige Behandlung kaum möglich erscheint.
Für Angstpatientinnen und Angstpatienten sowie bei umfangreicheren Eingriffen kann in unserer Privatordination auch eine Behandlung unter Vollnarkose infrage kommen. Ob diese Möglichkeit im konkreten Fall sinnvoll ist, wird selbstverständlich individuell beurteilt und vorab ausführlich besprochen.
Das Ziel sollte immer sein, einen Behandlungsweg zu finden, der sowohl medizinisch sinnvoll als auch für den Patienten gut bewältigbar ist.
Was Angehörige besser nicht sagen sollten
Gut gemeinte Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben“ oder „Das tut bestimmt nicht weh“ helfen häufig weniger als gedacht.
Angst lässt sich nicht einfach abschalten, weil jemand anderes sie für unbegründet hält.
Hilfreicher ist es, die Nervosität ernst zu nehmen und die betroffene Person dabei zu unterstützen, einen Termin zu vereinbaren. Bei ausgeprägter Angst kann es außerdem beruhigend sein, wenn eine vertraute Person den Patienten zur Praxis begleitet.
Häufige Fragen zur Zahnarztangst
Soll ich dem Zahnarzt sagen, dass ich Angst habe?
Unbedingt. Je früher wir davon wissen, desto besser können wir uns darauf einstellen. Auch wenn Sie lediglich nervös sind und sich selbst nicht als Angstpatient bezeichnen würden, dürfen Sie das jederzeit ansprechen.
Kann die Behandlung jederzeit unterbrochen werden?
Ja. Wir können vor der Behandlung ein eindeutiges Handzeichen vereinbaren. Wenn Sie eine Pause benötigen oder sich unwohl fühlen, können wir dadurch unmittelbar reagieren.
Was ist, wenn ich mich für meine Zähne schäme?
Scham sollte Sie nicht davon abhalten, einen Termin zu vereinbaren. Unsere Aufgabe besteht darin, die aktuelle Situation medizinisch zu beurteilen und gemeinsam mit Ihnen eine Lösung zu finden. Es geht nicht darum, zu bewerten, warum Sie möglicherweise längere Zeit nicht beim Zahnarzt waren.
Muss beim ersten Termin gleich behandelt werden?
Bei einem regulären Termin können zunächst die Untersuchung, das Kennenlernen und die Besprechung der weiteren Schritte im Vordergrund stehen. Bestehen allerdings akute Schmerzen oder eine medizinisch dringliche Situation, kann eine unmittelbare Behandlung notwendig sein.
Kann ich vor dem Termin ein Beruhigungsmittel nehmen?
Bitte nehmen Sie Beruhigungsmittel nicht eigenständig aufgrund des Zahnarzttermins ein. Wenn Sie Medikamente benötigen oder bereits regelmäßig Medikamente einnehmen, informieren Sie uns darüber. Möglichkeiten zur Unterstützung bei starker Angst sollten vorab medizinisch besprochen werden.
Kann eine Zahnbehandlung auch unter Vollnarkose durchgeführt werden?
Ja. In unserer Privatordination sind Behandlungen unter Vollnarkose insbesondere für Angstpatientinnen und Angstpatienten sowie bei umfangreichen Eingriffen möglich. Ob eine Vollnarkose im jeweiligen Fall sinnvoll ist, klären wir individuell.
Vertrauen darf sich entwickeln
Wer Angst vor dem Zahnarzt hat, muss nicht bei einem einzigen Termin vollkommen entspannt sein. Oft ist bereits viel gewonnen, wenn der erste Besuch besser verläuft als erwartet. In unserer Privatordination in Wien Mitte nehmen sich Dr. Nadya Ali und Dr. Andreas Zizlavsky bewusst Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Wir arbeiten mit Fixterminen, erklären notwendige Behandlungsschritte verständlich und möchten insbesondere nervösen Patienten das Gefühl geben, während der Behandlung ernst genommen zu werden und die Kontrolle zu behalten.
Vertrauen entsteht nicht durch den Satz, dass man keine Angst haben müsse. Es entsteht durch gute Erfahrungen. Genau dafür möchten wir die Voraussetzungen schaffen.
Kontakt und Terminvereinbarung
Zahnarzt Wien Mitte
Dr. Nadya Ali & Dr. Andreas Zizlavsky
Beatrixgasse 3
1030 Wien
Telefon: +43 1 7140096
Mobil: +43 699 18993993
E-Mail: info@zahnarztwienmitte.at
Wenn Sie vor einem Zahnarzttermin besonders nervös sind, können Sie uns das gerne bereits bei der Terminvereinbarung mitteilen. So können wir uns von Anfang an darauf einstellen.